Alles über die Gitarre

Welche Gitarre zu welchem Zweck?

Merke: eine Gitarre sollte immer angenehm und locker zum Spielen sein. Krafteinsatz und Würgerei ist nicht nur schmerzhaft, sondern führt zu falscher Haltung.

Leider spielen die meisten Leute auf ungeeigneten oder falsch eingestellten Gitarren. Anfänger sollten mit Nylonsaiten spielen, da diese leichter zu greifen und vor allem besser zum Zupfen sind.

Der Begriff Akustikgitarre ist nicht klar definiert. Gewisse Leute verstehen darunter einfach jede unverstärkte Gitarre, andere meinen damit eine Westerngitarre.

Eine Flamencogitarre ist eigentlich eine klassische Gitarre, nur hat die Decke zwischen Steg und Schall-Loch einen Plastikbelag, um das Holz zu schützen, weil dort mit den Fingernägeln geklopft wird.

Unter einer Jazzgitarre versteht man manchmal eine akustische oder elektrische Gitarre mit Resonanzkörper. Aber natürlich kann man auch auf andern Gitarren Jazz spielen.

Eine spanische Gitarre ist fast das Gleiche wie eine klassische Gitarre. Die Unterschiede finden sich in der Konstruktion, da das perkussive Element (Auf Gitarre klopfen oder schlagen) in der spanischen Musik stark zum Tragen kommt. Somit muss bei der spanischen Gitarre eine etwas stabilere Ausführung gegeben sein.

Eine Konzertgitarre ist das Gleiche wie eine klassische Gitarre, der Name suggeriert einfach eine hohe Qualität.

Grundsätzlich isst auch das Auge mit. Wenn eine Hardcore Rockabilly Band mit einer AC/DC Gitarre ihre Rockabilly Licks zum Besten gibt, ist es halt nicht authentisch, obwohl man im Ton verblüffenderweis gut hinkommt.

Ein Gitarrensound entsteht hauptsächlich aus den Fingern der Gitarristen. Egal welche Gitarre Brian May in die Finger kriegt, es wird immer nach Queen tönen. Deshalb vergessen sie folgenden Satz im Musikladen: „Guten Tag, ich möchte tönen wie Jimmy Hendrix, welche Gitarre, welchen Verstärker und welche Effekte brauche ich?“ Sie brauchen vor allem die Kenntnisse, wie man Hendrix-Riffs spielt.

Das richtige Equipment zu ihrem autenthischen Spiel ergänzt die Sache halt einfach noch.

Gitarrentypen

Wir unterscheiden zwischen Akustischen und Elektrischen Gitarren!

Diese Gruppe wird eine weitere Unterteilung gemacht:

Akustische Gitarren

Spanische oder klassische Gitarre                                      Western- oder Folkgitarre

 Manche akustische Gitarren werden mit Tonabnehmern verstärkt um die Gitarre auf der Bühne einsetzen zu können. Man redet hier nicht von einer elektrischen sondern von einer elektroakustischen Gitarre (Hier erkennbar an den Tonregeln im „Zargen“)

Gitarristen, die vorwiegend Akustikgitarren spielten:

  • Robert Johnson
  • Blind Blake
  • Charley Patton
  • Blind Lemon Jefferson
  • Django Reinhardt
  • Lonnie Johnson
  • Bob Dylan
  • Neil Young
  • Joan Baez
  • Don Mc Lean
  • Paul Simon
  • Leonard Cohen
  • Donovan
  • Joni Mitchell
  • Beatles (unter anderem)

Sogar Jimmy Page (Led Zeppelin/Album „Led Zep III“) und Jimmy Hendrix beherrschten die akustische Gitarre.

Bestandteile der Gitarre

 

Die Komponenten einer elektrischen Gitarre

Grundsätzlich ist zu sagen, dass eine elektrische Gitarre mehr Komponenten aufweist, als eine Akustische.

Der Korpus (Der Klangkörper)

Dies ist das Herzstück einer Gitarre bzw. das grösste Teil, das für  den eigentlichen Sound verantwortlich ist, vor allem bei akustischen Gitarren. Auf dem Korpus wird der Hals befestigt. Bei einer elektrischen Gitarre ist im Korpus die ganze Elektronik untergebracht.

Der Boden

Die Rückseite des Korpus nennt man Boden und besteht aus einem bis zu drei Holzteilen. Eine edle „Martin“-Gitarre der oberen Preisklasse  besteht beispielsweise aus drei Holzteilen.

Ein Boden weist nur eine akustische Gitarre auf.

Die Decke

Der obere Teil des Korpus nennt man Decke. Darauf ist in den meisten Fällen bei akustischen Gitarren das „Pickguard“ eine dünne meist schwarze Kunststoffplatte angebracht. Dies schützt die Decke vor Kratzer von Pleks, die von der Schlaghand über die Saiten geführt wird.

Die Zargen

Bei akustischen Gitarren ist dies das Verbindungsstück zwischen Decke und Boden.

Der Hals

Dies ist das lange Teil zwischen Korpus und Mechaniken (Wirbel).  Bei elektrischer Gitarre ist ein Metallstab eingebaut, der eine eventuelle Korrektur der „Halsstellung“ zulässt.

Das Griffbrett

Bei genauerem Hinschauen ist ersichtlich, dass der Hals und Griffbrett nicht aus einem Guss besteht. Das Griffbrett ist relativ schmal und auf der Oberseite des Halses angebracht. Am Griffbrett werden die Bünde angebracht.

Die Bünde

Hier handelt es sich um dünne Metallstäbchen, die in das Griffbrett eingelassen werden. Werden die Saite hinter einem Bund „runtergedrückt“, so verkürzt sich die Saitenlänge entsprechend und der Ton wir höher. Die Anzahl der Bünde variiert zwischen ca. 14 bis ca. 25 je nach Gitarrentyp.

Der Kopf

Derjenige Teil der Gitarre, auf dem sich die Mechaniken (Wirbel) und das Loge befinden, nennt man Kopf. Bei Fender-Gitarren sitzen die Wirbel nebeneinander. Bei einer Gibson beispielsweise hat es je drei Wirbel an jeder Seite des Kopfs

Der Steg

Hier sind die Stahl oder Nylonsaiten verankert. Es gibt hier verschiedene Systeme, auf die ich noch detailliert eingehen werde.

Der Sattel

Quasi die andere Seite des Ufers vom Steg aus gesehen. Damit die Saiten nur über dem Griffbrett schwingen und nicht noch am Kopf schwingen, ist ein eingekerbtes Stäbchen aus Nylon oder Knochen angebracht. Bei einigen Gitarren folgt noch ein Bund unmittelbar daneben Richtung Steg.

Die Mechanik

Dies sind die Wirbel, um die die Saiten gewickelt werden. Wenn wird an den Wirbel drehen spannt sich die Saite und der Ton wird höher.

Die Saiten

Das Schwingen der Saiten ist die Grundlage für den Gitarrenklang. Sie werden in der Nähe des Stegs eingezogen und um die Wirbel gewickelt. Den Saiten ist ein separates ausführliches Kapitel gewidmet.

Der Gurtknopf/Endknopf

Hier befestigt man den Gitarrengurt. Vielfach hat der Gurtknopf auch die Funktion einer Klinkenbuchse, wo das Gitarrenkabel eingesteckt wird (vorwiegend bei Elektro-Akustik-Gitarren).

Der Tremoloarm

Das ist ein Metallbügel, den man nur bei Elektrischen Gitarren vorfindet. Wenn man den Tremoloarm hin und her bewegt verändert man die Saitenspannung und der Ton

wird verändert. Bei manchen Gitarren kann dieser Vibratoarm, wie man ihn auch nennt zu Verstimmungen führen.

Buchse

Hier steckt man bei Elektrogitarren das Gitarrenkabel ein, das die Gitarre mit dem Verstärker verbindet. Diese Kabel sind genormt. Wir gehen später noch darauf ein.

Tonabnehmer

je nach Gitarrentyp sind ein bis drei Tonabnehmer angebracht. Es handelt sicht um magnetische Spulen, die aus Draht gewickelt sind und die Saiten Schwingung elektrisch verstärken. Doppelt gewickelte Spulen sogenannte Humbucker erzeugen einen druckvolleren wärmeren Klang. Im Gegensatz dazu werden beispielsweise bei Fender Gitarren „Single-Coils“ eingebaut, die einen dünneren aber auch knackigeren Sound erzeugen. Im Kapitel Gitarrenmarken und Hersteller gehe ich detailliert darauf ein.

Lautstärke und Klangregler

Beim Volumenknopf stellt man die Lautstärke der Gitarre ein. Erwähnenswert ist, dass ein guter Sound vor allem mit aufgedrehtem Lautstärkeregler erzeugt wird. Erst dann am Amp das gewünschte Volumen einstellen. Mit dem Klangregler regeln Sie den Anteil an hohen und tiefen Frequenzen. Nicht zu vergessen Setup-Schalter für die Pickups. Wenn Ihre Gitarre 3 Pickups (Tonabnehmer) aufweist so haben Sie, beispielsweise bei einer „Fender Stratocaster“ 5 Einstellmöglichkeiten:

  • Stellung oberes Pickup (Hals-Pickup)
  • Stellung zwischen oberen und mittleren Pickup
  • Stellung mittleres Pickup
  • Stellung zwischen mittlerem und unterem Pickup
  • Stellung unterem Pickup  (Steg-Pickup)

Dies macht Sinn, weil die Pickups je nach Position einen anderen Sound wiedergeben. Das Stegpickup hat einen grösseren Höhenanteil und klingt knackiger. Das Hals-Pickup hat einen wärmeren Ton, weil es die Saiten weiter „oben“ abnimmt. Das Pickup dazwischen ist ein Mix. Knopfler stellte sein Pickup-Schalter zwischen Steg-Pickup und mittlerem Pickup, um den berühmten perligen „Dire Straits“-Sound zu erzeugen.

 

Gitarrenteile einer Akustikgitarre kompett

Hier sehen sie eine detaillierte Teile-Auflistung und deren Eigenschaften einer Westerngitarre der Marke Taylor 414 CE. So erkennen Sie auch die Holzarten.

  • Korpusform: Grand Auditorium (Eine Korpusform von vielen)
  • Cutaway (Einschnitt Korpus zwecks besseren Bespielbarkeit obere Bünde): Ja
  • Konstruktion: vollmassiv (wurden aus dem vollen Holz des Baumstamms geschnitten)
  • Saitenanzahl: 6-saitig
  • Farbe: Natur
  • Finish: Gloss Top
  • Decke: Sitkafichte
  • Deckenkonstruktion: massiv (verleimtes Holz aus Holz des Baumstamms)
  • Boden/Zargen: Ovangkol massiv
  • Hals: Tropical American Mahogany
  • Griffbrett: Ebenholz (sehr hartes Holz! Voraussetzung für ein Griffbrett)
  • Griffbretteinlagen: Pearl Dots
  • Sattelbreite: 1,75″ / 44,45 mm
  • Sattel/Stegeinlage: Tusq
  • Steg: Ebenholz / Ebony
  • Mechaniken: Chrome Taylor Tuners
  • Headstock: Indian Rosewood Overlay
  • Rosette: Kunststoff, weiß
  • Binding: Kunststoff, weiß
  • Tonabnehmer: Taylor Dynamic Body & String Sensors
  • Preampsystem: Taylor Expression System
  • Regelmöglichkeiten: Volume, Bass, Treble

Obwohl hier auf den ersten Blick bedrohte Holzarten aufgelistet sind, achtet Bob Taylor auf Nachhaltigkeit und es ist ihm ein Anliegen eine naturfreundliche Gitarren-Herstellung zu garantieren. Dies mit diversen Strategien und Projekten!

Unterschiede Konzertgitarre/Westerngitarre

Unter den akustischen Gitarren gibt es unzählige Typen, die sich in Form, Farbe, Größe usw. unterscheiden. Der wohl wesentlichste Unterschied besteht jedoch darin, welche Saiten verwendet werden.

 

Hier die wichtigsten Unterschiede zwischen Konzert- und Westerngitarre:

 

  • Die Konzertgitarre hat ein breiteres Griffbrett und einen größeren Saitenabstand als die Westerngitarre.
  • Insbesondere die hohen Nylonsaiten der Konzertgitarre sind dicker als die hohen Stahlsaiten der Westerngitarre.
  • das Greifen von Nylonsaiten wird z.T. als angenehmer empfunden, da die Saitenspannung geringer ist.
  • Das klassische Spiel mit den Fingern der rechten Hand ist auf der Westerngitarre schwieriger.
  • Die Westerngitarre kommt häufiger als Begleitinstrument in Rock und Pop zum Einsatz.
  • Die Westerngitarre klingt etwas lauter und durchsetzungsfähiger als die Konzertgitarre.
  • Die Westerngitarre hat in der Regel einen größeren Korpus als die Konzertgitarre.
  • Das oft vorhandene Schlagbrett der Westerngitarre schützt den Korpus vor Abrieb beim Plektrumspiel.

 

Welche Gitarre für mich?

 

Gegenfrage: Was möchten Sie spielen? Ja, überlegen Sie doch mal mit welche Stilrichtung Sie sich gitarrentechnisch befassen wollen. Spielen Sie gerne Songs von Cash, Dylan, Young oder John Denver, so legen sie sich eine „Western Gitarre“ bzw. Eine Gitarre mit Stahlsaiten zu. Ausser sie leiden zu Beginn ihrer Karriere nicht so gerne, so kaufen oder mieten sie sich eine Klassische Gitarre oder eine Konzertgitarre. Sie hat Nylonsaiten und wird für klassische, spanische, südamerikanische Musik eingesetzt. Die Aufzählung ist nicht vollständig.

 

Sind Sie sicher, dass ihre Bestimmung im Heavy- Metal-Bereich liegt, so überspringen sie die Epoche mit einer akustischen Gitarre und legen sie sich sofort eine elektrische zu. Auch das ist möglich. Obwohl Jimmy Hendrix selig, auch was Ordentliches auf einer akustischen Gitarre zustande brachte.

 

Ich empfehle mal zu Anfang eine Konzertgitarre. Nylonsaiten sind einfach humaner zum Greifen. Gitarrentypen und Preissegmente lesen Sie bitte unter dem entsprechenden Kapitel.

Warum klingt eine Gitarre?

Wenn du eine gedrückte oder leere Saite anschlägst erzeugt diese Schalwellen durch die Vibration. Diese Schalwellen werden ins Innere des Hohlkörpers übertragen. Aus dem Schalloch klingt dann ein voller kräftiger Ton, dessen Lautstärke durch die Grösse des Gitarren-Korpus beinflusst wird.

 

 

Was muss ich beim Kauf einer Gitarre beachten?

 

Es reicht nicht, wenn Sie das Intro von „Stairways to heaven“ spielen, kompetent nicken und die Gitarre einpacken lassen.

 

Erstens: Gefällt mir die Gitarre? Spricht sie mich auch optisch an. Es ist frustrierend, wenn Ihr Favorit einen schönen Klang hat, aber für Ihr ästhetisches Empfinden so hässlich ist, dass Sie es nie auf die Bühne mitnehmen möchten.

 

Spielen Sie Gitarren in verschiedenen Preisklassen an. Zuerst haben Sie das Gefühl, dass Ihr Favorit gar nicht so schlecht tönt, nehmen Sie dann aber eine „Martin D28“ vom Haken (Fr. 3500.-) und spielen darauf, so relativiert das Ihr Urteil.

 

Auch das „Preistreppenspielen“ kann sehr aufschlussreich sein.  Probieren Sie das günstigste Gitarrenmodell eines Typs aus und spielen Sie sich die Preisliga hinauf.  Vielleicht finden Sie Ihren Sound zu einem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Sehen sie sich die Gitarre mal an, so wie sie einen Motor ansehen würden bei ihrem zukünftigen Auto („Kabel mit klebrigen Isolierband versehen“). Ist die Verarbeitung zufriedenstellend? Sind die Bünde gut verarbeitet? Scharfe Kanten? Keine Lackfehler. Ist etwas verkratzt? Verkratzter Schlagbrett?

 

Achtung Falle: Bei den meisten neuen Gitarren sind Schutzfolien angebracht. Wenn Sie also eine neue Gitarre in New York kaufen, lösen Sie sofort die Schutzfolie. Tun Sie es nicht, könnte es sein, dass, wenn die Folie schon längerer Zeit auf der Gitarre klebt, Sie nicht mehr ohne klebrige Rückstände entfernt werden kann. Im Falle vom Kauf in New York, ist dies suboptimal.

 

Wenn ich am Wirbel drehe, verändert sich der Ton der entsprechenden Saite regelmässig wie es sein soll, oder „stufenweise“ d.h. Erstmal passiert nichts, dann rückt die Saite wieder nach, sie verstehen, was ich meine.

 

Ist mir die Gitarre bequem in der Hand und ist der Hals nicht zu breit oder zu schmal für meine Finger

 

Ist die Saitenhöhe optimal für dich. Die einen lieben einen grösseren Saitenabstand (Differenz zwischen Griffbrett und Saiten) sowie beispielsweise Jazzgitarristen (grosser Abstand und harte Saiten) oder einen kleineren Abstand, der gerne von Rockgitarristen bevorzugt wird (kleiner Saitenabstand und weichere Saiten).

 

Scheppern die Saiten? Drücken Sie jede Saite bei jedem Bund und hören Sie sich jeweils das Ergebnis.

 

Ist die Gitarre Bundrein? Spielen Sie die „leere“ E-Saite und spielen Sie die gleiche Saite im zwölften Bund. Vergleichen Sie die Tonhöhe mit dem Stimmgerät. In beiden Fällen muss die Anzeige des Stimmgeräts just in der Mitte zu sehen sein.

 

Blickt man vom Sattel her Richtung Steg (siehe „Teile der Gitarre“) wie über einen Gewehrlauf, sollte der Hals gerade sein, allenfalls eine kaum sichtbare Krümmung aufweisen (So dass der Mittelpunkt der Saitenlänge den grössten Abstand zum Griffbrett aufweist).

 

Nimm wenn möglich einen Fachmann mit.

 

Vergleiche mehrere Gitarren miteinander unter gleichen Bedingungen.

 

Lass jemand anders spielen und horche wie die Gitarre tönt wenn du vor dem Schalloch sitzt und nicht dahinter.

 

Wie lange klingt der Ton aus nachdem die Saite angeschlagen sind (Sustain)

 

Vergiss die Gitarren unter Fr. 300.- bis 400.- es sei dann du möchtest eine Gitarre fürs Lagerfeuer (Also fürs spielen vor dem Lagerfeuer) oder eine Übungsgitarre die viel transportiert und „malträtiert“ wird. Nicht das sie grottenschlecht tönen, aber mal ein teureres Gitarrenmodel in den Händen zu halten, ohne den Hinweis „Made in China“, das macht auch froh. Im Aldi erhalten Sie Gitarren für Fr. 70.-. Ich frage mich einfach, wer, was, wo, wieviel daran verdient. Doch nun würden wir in politische Gefilde abdriften mit dem leidigen Thema „Kinderarbeit“ abdriften.

 

Ich freue auf den Moment, wo wir keine Schnäppchenjäger mehr sind, so mit „Geiz ist geil“ und „Fr. 99.99“. Zahlen wir doch den Herstellern, was sie verdienen, so sind auch unsere künftigen Löhne gesichert (Ich schweife schon wieder ab).

 

Es ist eben nicht so, dass der Einsteiger nur das billigste Modell kaufen soll, da ein guter Sound erheblich motivierend wirkt.

 

Gitarrenformen

Klassische Gitarren

Sehr klar und übersichtlich sind die Gitarrenformen (Korpusformen) der Klassikgitarre. Die Standardform hat sich in dem Laufe der Jahre kaum verändert. Hier spielen nur noch die eigentlichen Grössenunterschiede eine Rolle.

Steelstring-Modelle

Hier tummeln sich schon mehrere Korpusformen nach diesem Kapitel wirst du die Unterschiede besser kennen, was auch deinen künftigen Kaufentscheid beinflussen wird.

Man unterscheidet mal zum ersten grob drei Formen:

Dreadnought / Concert / Auditorium

Dreadnought

Die „Dreadnought“-Form ist die beliebteste Form der Westerngitarren und gilt als Klassiker. Die US-Firma Martin verwendete diese Form erstmals 1917. Der Die Bezeichnung „Dreadnought“ (In Anlehnung an ein Kriegschiff, trifft heutzutage eher nicht mehr zu, da in der Zwischenzeit grössere Gitarren gebaut wurden, die diesem Namen eher gerecht wurden.

 

Diese Gitarrenform erlaubte eine hohere Lautstärke in Verbindung mit satten Bässen. Im Gegensatz zu den bis davor verwendeten Gitarrenformen, war dieses Klangbild für viele Gitarristen optimal.

 

 

Von Singer / Songwritern wird eine Dreadnought häufig genutzt. Bekannte Spieler sind beispielsweise Jonny Cash oder John Lennon.

Benannt wurde die “Dreadnought” übrigens nach einem Kriegsschiff https://de.wikipedia.org/wiki/Dreadnought . Passt jetzt eigentlich so gar nicht zu John Lennon …

Jumbo

Obwohl die “Jumbo” ursprünglich als Antwort der Firma Gibson auf Martins Dreadnought gesehen werden kann, bot die Jumbo-Form bei ihrer Premiere 1917 völlig neue Klangeigenschaften und eine neue Form. Die Gitarre insgesamt ist nochmal wesentlich größer und hat eine im Vergleich zur Größe schmale Taille.
Schwerpunktmäßig war diese Gitarrenform zunächst für Plektrum- und Akkordspieler geeignet. In der Weiterentwicklung wurde die Form mit einer leichteren Deckenbeleistung und eine dadurch erreichte schnellere Ansprache für das Picking optimiert. Auch gab es eine legendäre Variante der Firma Guild mit zwölf Saiten.

Grand Concert

Die Grand Concert Form ist der Allrounder der Gitarrenformen und wahrscheinlich die populärste Variante. Durch die “mittlere Größe” ist sie sowohl für Strumming und Songbegleitung als auch für Fingerstyle und Picking geeignet.

Auditorium

Die kleinste der hier vorgestellten Formen ist die Auditorium. Der Übergang von Hals zu Korpus ist hier meist im 12. Bund, während sich bei den anderen Formen der 14. Bund als Standard durchgesetzt hat. Dadurch gewinnen “Auditorium-Gitarren” an Spielkomfort. Das nützt Menschen mit eher kleineren Händen ebenso wie Musikern, die häufig schnelle Passagen im Solospiel oder Picking verwenden möchten. Klangliches Plus dieser Form ist die schnelle Ansprache.

Größen

Durch die Firma Martin wurden auch heute geläufige Größenbezeichnungen eingeführt: O, OO, und OOO. Das einfache O wird mit ihrem kleineren Ton und geringeren “Wumms” im Bass für Studioaufnahmen oder verstärkte Akustikkonzerte verwendet. Jedes zusätzliche “O” bedeutet einen Größenzuwachs der Korpusform.